Kosher Rating
Was bedeutet das KOSHER Zeichen?
Die Kashruth ist die Anleitung zur koscheren Lebensweise und somit ein ganz zentraler Bestandteil des jüdischen Glaubens. Sie beeinflusst das Leben weit über den Bereich der Ernährung hinaus.
Grob umrissen bedeutet das Kosher Zeichen auf einem Produkt, dass ein Anhänger des jüdischen Glaubens dieses Produkt konsumieren kann ohne dabei mit seinen Glaubensgrundsätzen bzw. mit jüdischen Religionsvorschriften in Konflikt zu geraten.
Diese Kennzeichnung hat Ihren Ursprung in der zunehmenden Vorverarbeitung von Verbrauchsgütern in unserer heutigen Zeit. Während es noch vor Jahrhunderten üblich war, sein Korn selbst zu ernten und zu mahlen sowie daraus dann Speisen zuzubereiten, so bewirkt die Weiterentwicklung der Gesellschaft mit ihrer zunehmenden Arbeitsteilung doch, dass zunehmend fertiges Mehl oder gar fertiges Brot gekauft wird.
Um es einem Juden zu ermöglichen auch an diesen Fortschritten und Erleichterungen des Alltags teilzuhaben wurden Stellen eingerichtet, die die Herkunft, die Verarbeitung von Produkten sowie die deren Zutaten und sogar den kompletten Produktionsprozess prüfen. Das Kosher Zeichen gibt einem Juden also Sicherheit, ob das Produkt wirklich kosher ist oder nicht.
Mittlerweile sind über 90% unserer Lebensmittel vorverarbeitet, mit anderen Prdoukten gemischt oder mit Zusätzen versehen
Es wird geschätzt, das jedes dritte Produkt in den Supermäkten in den USA mit dem Kosher Zeichen versehen ist. Dieser Trend scheint sich noch auszuweiten, da bereits allein in den USA etwa 5 Millionen Konsumenten ausschliesslich bestimmte Lebensmittel kaufen, da diese kosher sind.
Dabei scheinen die meissten Verbraucher das Kosher Zeichen insbesondere deshalb so sehr zu schätzen, weil es die sorgfältige und lückenlose Überwachung der Produkte und deren Inhaltsstoffe sicherstellt. Insofern ist das Kosher Zeichen in seiner Konsequenz dem deutschen Lebensmittelrecht ähnlich - aber keineswegs gleich, sondern geht weit darüber hinaus. Das Kosher Rating geniesst weltweit Anerkennung.
Kosher ist nicht nur gut für Juden.
Muslime können bei kosheren Produkten sicher sein, dass keine Schweinsknochen oder Häute zur Süsswarengelatinierung verwendet wurden.
Alle anderen Verbraucher können bei kosheren Lebensmitteln BSE-Ängste vergessen.
Für diejenigen unter den Tierschützern, die keine Vegetarier sind, sei erwähnt, daß koschere Tierhaltung die artgerechte Haltung verlangt.
Wer bekommt das Kosher Zeichen?
Diese Frage sollte eigentlich lauten: "Was bekommt ein Kosher Zeichen?" bzw. "Wer bekommt ein Kosher Zeichen für welches Produkt?"
Hersteller von Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelergänzungen können das Kosher Zeichen für Ihre Produkte beantragen. Dabei können die Gründe für den Antrag unterschiedlich sein. So kann ein Hersteller gewillt sein, bei seinen Produkten, die er an Endverbraucher oder die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie verkauft, mit dem Kosher Zeichen auf die besondere Eignung für Juden oder deren überwachte Qualität hinzuweisen. Andererseits kann es sich auch um einen weiterverarbeitenden Betrieb handeln, der für seine End- bzw. Zwischenprodukte das Kosher Zeichen möchte, aber dazu notwendigerweise auch die Herkunft seiner Roh- und Zusatzstoffe angeben muss und daher seine Zulieferer auffordert, Ihre Produkte nach den strengen Regeln für die Erteilung des Kosher Zeichens prüfen zu lassen, da dies für die Zertifzierung der eigenen Produkte unabdingbar ist (Lückenloser Herkunftsnachweis).
Alle der bestehenden Prüfungs- und Zertifizierungsstellen für das Kosher Zeichen beraten die antragstellenden Unternehmen um Ihnen bei der Umsetzung der sehr hohen Anforderungen behilflich zu sein. Einige hingegen bieten die Zertifizierung nur Lebensmittelherstellern an, wie zB. die "The Union of Orthodox Jewish Congregations".
Sobald ein Unternehmen bei einer Zertifizerungsstelle einen Antrag auf Erteilung des Kosher Zeichens gestellt hat beginnt eine wahrlich akribische Detektivarbeit. Das Unternehmen hat als Antragsteller eine Dokumentation beizubringen, die Folgendes absolut vollständig und detailliert beinhalten muss:
- alle Inhaltsstoffe des Produktes, inklusive Konservierungsmittel, Trennmittel, Stabilisatoren und aller sonstiger Bestandteile
- Herkunft dieser Inhaltstoffe
- jeder einzelne Schritt im Herstellungsverfahren
- jedes Reinigungs- oder Schmiermittel, das auf der Ausrüstung (Maschinen, Anlagen, Hilfsmittel) benutzt wurde
- andere Produkte die mit dieser Ausrüstung ebenfalls prodziert werden bzw. früher mit dieser Ausrüstung produziert wurden
Ausgehend von diesen Daten muss die Zertifzierungsstelle jeden Inhaltsstoff zurückverfolgen, und zwar bis zur Entstehung bzw. Gewinnung der Rohstoffe aus denen sie verfertigt wurden.
Ist zum Beispiel ein Inhaltsstoff Fleisch oder ein Nebenprodukt der Fleischwirtschaft, so kann das zu prüfende Produkt so lange nicht als kosher eingestuft werden, wie das enthaltene Fleisch oder Nebenprodukt nicht selbst einwandfrei kosher ist.
Ähnlich verhält es sich mit Wein oder Nebenprodukten der Weinerzeugung, Käse und Molkereiprodukten (zB. Molke).
Jedes Öl, das bei der Herstellung dem Produkt beigefügt wird, muss ebenso kosher sein, und hierfür wird auch dessen Herkunft bis zurück zum Ölproduzenten geprüft. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass Pflanzenöl sehr oft mit Maschinen, Ausrüstungen und in Abfüllanlagen behandelt wird, die auch dazu benutzt werden, tierische Fette und Öle zu bearbeiten bzw. zu verarbeiten. Die amerikaniche Bundesaufsichtsbehörde für Lebens- und Arzneimittel hat bestätigt, dass in angeblich "100%-igem Pflanzenöl" produktionsbedingt in einigen Chargen ein gewisser Anteil tierischer Fette enthalten ist. Dies würde einer Zertifzierung als kosheres Produkt selbstverständlich im Wege stehen.
Einigen Inhaltsstoffen mit besonders harmlos klingenden Namen widmen die Zertifizierungsstellen besondere Aufmerksamkeit:
- "Natürliche Farben" werden nicht selten aus Insekten hergestellt
- "Weichmachungsmittel" sind oft aus Walöl
- "künstliche Aromen" kommen gelegentlich von Katzen
Folglich muß die Zertifizierungsstelle eine komplette und intensive Untersuchung bis zum Ursprung aller Bestandteile führen.
Ebenso gründlich wird auch der Produktionsprozess geprüft und die Produktionsanlagen beim beantragenden Unternehmen bzw. dessen Zulieferern inspiziert, um sicherzustellen, dass auch bei der Produktion der Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelergänzungen derart gute hygienische Bedingungen herrschen, die eine Verunreinigung des Endproduktes durch Keime, Bakterien und Insekten geradezu unmöglich machen. Dies erscheint den Zertifizierungsstellen inbesondere deshalb notwendig, da eine solche Hygiene noch nicht überall Standard ist.
Die Ergebnisse dieser intensiven und überaus gründlichen Untersuchungen werden dann dem geistlichen Vorstand der Zertifzierungsstelle vorgelegt. Sollten für eine Zertifizierung von Produkten des antragstellenden Unternehmens Änderungen an den eingesetzten Produktionsverfahren, Produktionsanlagen oder Inhaltsstoffen notwendig sein, so wird dies dem Unternehmen mitgeteilt.
Die Zertifizierungsstelle wird Ihre Arbeit erst dann fortführen, wenn das Unternehmen die angeforderten Änderungen durchgeführt hat.
Hat das Unternehmen alle Anforderungen der Zertifzierungsstelle voll erfüllt, so wird der geistliche Vorstand der Zertifzierungsstelle den nach dessen Ermessen notwendigen Aufwand für die Überprüfung der ständigen Erfüllung dieser Anforderungen feststellen.
Sowohl die Anforderungen als auch die Anzahl, Häufigkeit und Art der Überprüfungen im Unternehmen werden nun in einen Vertrag gefasst und dem antragstellenden Unternehmen übersandt. Darüber hinaus sieht dieser Vertrag vor, dass das antragstellende Unternehmen keine Änderungen an den Produktionsverfahren, Produktionsmitteln, Inhaltsstoffen sowie deren Lieferanten vorzunehmen ohne dies vorab mit der Zertifizierungsstelle (wegen damit notwendig werdender erneuter Recherchen) abzustimmen und schriftlich zu fixieren.
Der eigentliche Prüfer (mashgiach) wird vor Ort in den Produktionsstätten des Unternehmens regelmässig die Einhaltung des Vertrages überprüfen.
Sollte ein Unternehmen zu irgendeinem Zeitpunkt den hohen Anforderungen des Vertrages nicht mehr genügen und somit den Vertrag verletzen, so wird die Zertifzierungstelle das vergebene kosher Zertifikat zurückziehen, falls das Unternehmen den fetsgestellten Mangelzustand nicht unverzüglich behebt.
Da viele Zertifizierungsstellen wie z.B. die "The Union of Orthodox Jewish Congregations" oder "The Organized Kashrus Laboratories" oft eigene eingetragene Markenzeichen als kosher Zeichen verwenden, wäre eine nicht von ihnen genehmigte Abbildung des Zeichens auf einem Produkt oder in einem Produktkatalog ein Verstoß gegen das Markenrecht.
Diese Zertifizierungsstellen haben somit rechtliche Mittel gegen möglichen Mißbrauch ihrer Symbole durch Hersteller. In einigen Ländern existieren sogar Gesetze, die verbieten, ein Produkt als kosher zu bewerben, wenn dieses Produkt nicht als kosher zertifiziert ist.
Auch wenn eine Zertifizierungsstelle weiss, daß ein bestimmtes Produkt nicht mehr durch sie geprüft wird und somit die Einhaltung der hohen Anforderungen nicht mehr gewährleistet ist, so widerruft sie die Zertifzierung und veröffentlicht diesen Widerruf.
Die strenge Überwachung von kosheren Produkten dient somit Herstellern und Konsumenten gleichermassen, da beide Gewißheit haben, dass die Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelergänzungen konsumiert werden können, ohne gegen die strengen Vorschriften der Kashrut zu verstossen, da sie kosher sind.
In Deutschland ist die Zertifizierung von Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelergänzungen von der Lebensmittelindustrie jedoch noch nicht wirklich in Ihrer vollen Bedeutung erkannt worden. Eine Vorreiterrolle spielen hier vor allem ausländische Unternehmen, die ihre Produkte für den heimischen Markt zertifizieren lassen und somit beim Export von der internationalen Anerkennung der kosher Zertifikate profitieren können.
Wer vergibt das Kosher Zeichen?
Die folgenden sind die weltweit größten und renommiertesten Zertifizierungsstellen:
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"The Union of Orthodox Jewish Congregations"
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"The Organized Kashrus Laboratories"
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"Star-K Kosher Certification"
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"Kof-K Kosher Supervision"
Eine vollständighe Auflistung aller Zertifizierungsstellen ist an dieser Stelle nicht unmöglich. Unter http://www.kosherquest.org (english) findet der interessierte Leser weiterführende Informationen zu den verschiedenen Symbolen, die ein Kosher Rating (english) anzeigen.
Was heißt nun eigentlich KOSHER?
Die von Moshe Rabenu proklamierten Vorschriften der Thora zur "Kashruth" führen zu einer sehr bewussten Ernährungs- und Lebensweise - u.a. durch das Gebot der Trennung in milchige und fleischige Nahrungsmittel. Ihre Einhaltung bringt einen respektvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen mit sich.
Das Wort "Kashrut" stammt vom Worte "kasher" (kosher) ab.
»Kosher« (kasher), bedeutet tauglich bzw. "rein" für den Genuß also zum Verzehr geeignet. Darüberhinaus können auch Stoffe (Talith, Kleider, usw.), bestehend nur aus reinen Naturfasern, Eßgeschirr, religiöse Gegenstände, »koscher« sein, also "rein" für den bestimmten Gebrauch.
Die Thora-Rollen müssen "rein"sein.
Für Nahrungsmittelergänzungen und Körperpflegeprodukte ist aus der Kashrut insbesondere folgendes von Bedeutung:
Wichtige Vorschriften der Kashrut (Auszug)
Gebote für Früchte und Pflanzen
Mischung verschiedener Arten - Man darf nicht zwei Arten Samen auf einen Acker oder in einem Weinberg säen. (Lev.19:19/ Dtn.22:19)
Verbotene Frucht - Früchte während der ersten drei Jahre nach der Pflanzung dürfen nicht gegessen werden. (Lev.19:23)
Milchig und fleischig
Milch- und Fleischprodukte dürfen nicht vermischt werden Dies ist eines der wichtigsten Gesetze überhaupt. Diese Regel wird mit aller Strenge in einem jüdischen Haus beachtet; selbst in der Handhabung der Geräte, die sorgsam in "fleischig" und "milchig" nicht nur optisch, sondern auch räumlich getrennt werden
Gebote der Fleischnahrung
Unterschied zwischen erlaubten und verbotenen Tieren:
Von Vieh und Wild dürfen lediglich jene gegessen werden, die gespaltene Klauen haben und wiederkäuen. (Levitikus Deuteron.) Fisch wird nicht als Fleisch betrachtet. Es dürfen aber lediglich nur Fische mit Schuppen und Flossen gegessen werden. Der Aal z.B. gilt als verboten. Von den Vögeln darf nicht gegessen werden Adler, Eulen, Schwäne, Pelikan, Geier, Störche - sowie deren Brut und Gelege. (Lev.). Man ißt also nur solche Vögel, die traditionell als rein gelten.
Kriechendes und schleichendes Getier ist gänzlich verboten; das gilt besonders für Schlangen, Hummer, Krabben, Austern und natürlich werden auch keine Insekten und Würmer gegessen. (Lev.11:41).
Verboten ist: die Milch von unreinem Vieh und Wild (wie z.B. Eselsmilch, Eier und Brut unreiner Vögel sowie der Rogen unreiner Fische (zB. Rogen des Stör oder Kaviar).
Die Vorschriften der Thora zu kosheren Dingen und einer kosheren Lebensweise führen noch sehr viel weiter. Auf Grund des Umfanges haben wir hier auf die Benennung bis ins Detail verzichtet.
Der interesierte Leser kann sich unter http://www.hagalil.com vertiefend über kosher und das Judentum informieren.
Wir haben diese Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen und uns bemüht so vollständig wie hier für eine themenrelevante Darstellung nötig sowie so objektiv wie möglich wiederzugeben. Sollten Sie Anregungen oder Kritik hierzu haben, so nehmen sie bitte Kontakt zu uns auf. Sie sind uns herzlich willkommen.